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Rund 200.000 Jobs betroffen: Hattmannsdorfer, Khom und Prettner fordern faire EU-Regeln für die Autoindustrie

Wirtschaftsminister, Landeshauptmann-Stv. Khom und Fachverbandsobmann Prettner bei Magna Graz

„Die Automobil- und Zuliefererindustrie ist ein Herzstück unserer Industrie und zentral für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts Österreich. Als Wirtschafts- und Industrieminister stehe ich daher nicht zur Verfügung, diesen Bereich schlechtzureden. Selbstverständlich stehen wir klar und uneingeschränkt zum Klimaschutz – aber gerade deshalb setzen wir uns dafür ein, dass alle CO₂-sparenden Technologien berücksichtigt werden. Antriebstechnologien, die CO₂-neutrale Kraftstoffe einsetzen, schützen dabei nicht nur das Klima, sondern sichern auch das Einkommen vieler Familien sowie Arbeitsplätze in unseren Regionen. Technologieoffenheit ist für mich ist es daher eine Frage des Hausverstands,“ so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.

„Tausende steirische Arbeitsplätze, enorme Wertschöpfung und ein großer Teil unserer industriellen Stärke hängen an der Automobil- und Zuliefererindustrie. Dieser Sektor ist einer der wichtigsten Arbeitgeber und Innovationstreiber unseres Bundeslandes. Gleichzeitig steht die Industrie im internationalen Wettbewerb und braucht daher Rahmenbedingungen, die Innovation ermöglichen statt verhindern. Deshalb werden wir uns in Brüssel mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die europäische Automobilindustrie wieder auf Technologieoffenheit statt auf ideologische Vorgaben setzen kann. Europa muss wieder ein Ort des Produzierens werden, nicht des Regulierens,“ unterstrich Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom

„Unsere Unternehmen stehen unter erheblichem Druck: Transformation, internationale Wettbewerbsdynamik und handelspolitische Unsicherheiten treffen gleichzeitig aufeinander. Eine Transformation kann nur gelingen, wenn sie technologieoffen gestaltet wird und die Realität industrieller Wertschöpfungsketten widerspiegelt. Umso wichtiger ist es, dass Europa ein investitionsfreundliches Klima für eine der wichtigsten Industrien Europas schafft,“ so Fachverbandsobmann Roland Prettner.

 

Automotive Package: Technologieoffenheit und Realismus sicherstellen

Im Mittelpunkt des Austauschs stand das derzeit auf europäischer Ebene diskutierte Automotive Package. Der Bundesminister, die Landeshauptmann-Stv. und der Fachverband der Fahrzeugindustrie sehen dabei insbesondere folgende Punkte als wesentlich für die aktuellen Verhandlungen in Brüssel:

  • Anerkennung von Carbon Neutral Fuel-Fahrzeugen (CNF): Fahrzeuge, die mit CO₂-neutralen Kraftstoffen betrieben werden, sollen als eigene Kategorie anerkannt und als Null-Emissionsfahrzeuge eingestuft werden.
  • Freiwillige Anrechnung nachhaltiger Vorprodukte und Treibstoffe: Grüner Stahl sowie nachhaltige Treibstoffe sollen freiwillig auf die Zielerreichung angerechnet werden können, um Innovation entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu fördern.
  • Weniger Bürokratie für Handwerk, Gewerbe und kleine Betriebe: Ein elektrischer Transporter bleibt ein Transporter. Er wird nur schwerer, weil die Batterie Gewicht hat. Heute kann allein dieses Mehrgewicht Lkw-Regeln auslösen: einen Fahrtenschreiber, ein eingebautes Tempolimit, zusätzlichen Papierkram. Ausgerechnet der Betrieb, der auf ein sauberes Fahrzeug umsteigt, hätte dann den Mehraufwand. Das hält Unternehmer vom Investieren ab. Klüger ist eine einfache Regel: Wer in saubere Mobilität investiert, trägt dafür keine neuen Lasten.


Gemeinsames Bekenntnis von Politik und Industrie

Im Rahmen eines Treffens von Bundesminister Hattmannsdorfer und Landeshauptmann-Stv. Khom mit den Chefs führender österreichischer Fahrzeughersteller, wie AVL, BMW Motorenwerk Steyr, BRP Rotax, Hans Brantner & Sohn, Hirschmann Automotive, Magna Steyr Fahrzeugtechnik, Samsung SDI Battery Systems, Schwarzmüller, Steyr Automotive, Traktorenwerk Lindner, in Graz bestand die Gelegenheit zum intensiven Austausch. Ziel ist es, gemeinsam die heimische Fahrzeugindustrie zu stärken, Wertschöpfung in Österreich zu generieren und Arbeitsplätze zu sichern.

 

Industriestrategie Österreich 2035: Mobilitätstechnologien als Schlüsseltechnologie

Die „Industriestrategie Österreich 2035" benennt Mobilitätstechnologien ausdrücklich als einen der zentralen Schwerpunkte des Wirtschaftsstandorts. Das Wirtschaftsministerium setzt dabei auf drei Technologiebereiche: die Elektrifizierung des Antriebsstrangs von der Leistungselektronik bis zur Batterietechnologie, die Digitalisierung der Mobilität mit vernetzten und softwaredefinierten Fahrzeugen sowie Dekarbonisierungstechnologien – darunter ausdrücklich auch Wasserstoff und CO₂-neutrale synthetische Kraftstoffe in spezifischen Einsatzbereichen.

Zahlen, Daten und Fakten zur Fahrzeugindustrie in Österreich

  • Unternehmen: rund 900 Betriebe in der Zulieferindustrie
  • Beschäftigung: 192.000 Beschäftigte in der Fahrzeug- und Zulieferindustrie [2024]
  • Export: Exportquote rund 87 Prozent

     

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