Österreichs und Europas Fahrzeugindustrie weiter unter hohem Wettbewerbsdruck
Die österreichische und die gesamteuropäische Fahrzeugindustrie sehen sich angesichts tiefgreifender globaler Veränderungen mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert: Steigende Kosten, zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck und wirtschaftliche Unsicherheiten prägen die Situation bereits seit geraumer Zeit.
„Die österreichische Konjunktur zeigt sich zwar relativ resilient, für die Unternehmen und auch die Fahrzeugindustrie bleiben die Volatilität, Energiepreise und das internationale Umfeld jedoch wesentliche Unsicherheitsfaktoren und strukturelle Herausforderungen. Für die stark exportorientierte Branche kommt zudem die wachsende globale Konkurrenz hinzu. Umso wichtiger sind wettbewerbsfähige Standortbedingungen“, betonte Kocher. Dazu komme: „Innovationskraft ist ein wesentlicher Faktor zur Stärkung der Exportfähigkeit.“
Für das Jahr 2026 wird laut Prognose der OeNB vom September ein BIP-Wachstum von rund 0,5 Prozent prognostiziert, für das Jahr 2027 von rund 1,3 Prozent. Positive Signale bei den Exporten stützen die Einschätzung einer vorsichtigen Erholung der Industrie. Höhere Energiepreise könnten die Konjunktur ab 2027 jedoch weiter belasten.
Planungssicherheit, ausreichend Spielraum für Investitionen und Innovationen sind gefragt
Eine zusätzliche Herausforderung ist die zunehmende technologische Leistungsfähigkeit der Marktteilnehmer aus Asien. So stieg der Anteil technologisch komplexerer Güter an ihren Exporten zwischen 2003 und 2023 von 12 auf 39 Prozent. Bereits 26 Prozent der österreichischen Warenexporte sind laut OeNB starkem Konkurrenzdruck ausgesetzt. Besonders betroffen ist die Fahrzeugindustrie.
Umso wichtiger sei daher „die nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit“, betonte auch Fachverband Fahrzeugindustrie-Obmann Roland Prettner. „Ich teile die Einschätzungen von Gouverneur Kocher und bin überzeugt, dass wir durch gemeinsame Anstrengungen den Wirtschaftsstandort Österreich stärken und damit Arbeitsplätze sowie industrielle Wertschöpfung langfristig sichern können. Unsere Unternehmen brauchen wettbewerbsfähige Energiepreise, Planungssicherheit und ausreichend Spielraum für Investitionen und Innovationen“, hielt er fest.